Projekte des EMANet-Netzwerkes

In EMANet werden in der ersten Projektphase (01.12.2016-30.11.2019) drei Forschungsprojekte durchgeführt:

  • EMACROSS (Emergency and Acute Care for Respiratory Diseases beyond Sectoral Separation),
  • EMAAge (Daily-life function and self-reported quality of life of geriatric patients before and after emergency teatment), und
  • EMASPOT (Systematic Screening for Comorbid Psychological Conditions in cardiac ACSC patients with multimorbidity in the ED)

 

 

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EMANet-Projekte

Die Forschungsprojekte in EMANet nehmen die ambulant-stationäre Schnittstelle in den Blick. Sie bilden einerseits reale Versorgungsmuster von Notfallpatienten und -patientinnen ab und ermitteln andererseits die zugrundeliegenden Ursachen und Motivationen der Inanspruchnahme:

  • EMACROSS untersucht das Zusammenwirken der Patientenversorgung in Notaufnahmen mit der hausärztlichen Versorgung bei Patienten und Patientinnen mit Atemwegsbeschwerden.
  • EMAAge untersucht die Akutversorgung geriatrischer Patienten und Patientinnen mit Oberschenkelhalsbrüchen und Wege der Versorgung vor und nach einem stationären Aufenthalt.
  • EMASPOT untersucht das Vorkommen von psychischen Begleiterkrankungen und deren Einfluss auf die Nutzung des Gesundheitswesens bei Notaufnahmepatienten und -patientinnen mit kardialen Beschwerden.

Zielgruppen und Studiendesign

Die in EMANet betrachteten Erkrankungen gehören zu den so genannten "ambulant sensitiven Krankheitsfällen". Diese Erkrankungen werden als prinzipiell ambulant behandelbar eingestuft. Ambulant sensitive Krankheitsfälle werden als Qualitätsindikator für die Primärversorgung und das Funktionieren des Gesundheitswesens genutzt. Stationäre Behandlungen aufgrund dieser Erkrankungen stellen einen hohen Kostenfaktor in westlichen Gesundheitssystemen dar. Sie sind potentiell vermeidbar und können somit zu einer Reduktion der stationären Therapien und Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen führen.

Patientinnen und Patienten, die an den EMANet-Studien teilnehmen, werden zu ihren Erkrankungen, ihrer Nutzung des Gesundheitssystems und zu psychosozialen Faktoren befragt. Mit einem Teil der Befragungsteilnehmer und -teilnehmerinnen werden ausführliche qualitative Interviews geführt. Diese fokussieren auf den Beweggründen zur Nutzung des Gesundheitssystems, sowie den Erfahrungen mit medizinischer Behandlung und Vorschlägen zur Verbesserung gesundheitlicher Versorgung.

Darüber hinaus werden Interviews mit pflegerischem und ärztlichem Personal durchgeführt, um die Perspektive der Gesundheitsdienstleister und -dienstleisterinnen auf die Patientenversorgung zu berücksichtigen.

Neben der Primärdatenerhebung ist die Erhebung und Analyse von Routinedaten der ambulanten Versorgung im niedergelassenen Bereich mit Daten der stationären und Krankenhaus-gebundenen ambulanten Versorgung ein wichtiger Baustein und eine Besonderheit von EMANet. Durch die Analyse dieser Routinedaten können longitudinale sektorübergreifende Versorgungsmuster von Patienten und Patientinnen mit "ambulant sensitiven Krankheitsfällen" identifiziert werden.

Bestandteil aller drei Teilprojekte (EMACROSS, EMAAge, EMASPOT) ist die Generierung eines Qualitätsmanagement-Datensatzes, in dem retrospektive Daten aus den Krankenhausinformationssystemen der beteiligten Notaufnahmen und korrespondierende Daten des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK Nordost für ca. 11.000 anonymisierte Patientinnen und Patienten generiert und verlinkt werden.