EMASPOT

Systematisches Screening für psychische Begleitsymptome bei Notaufnahmepatienten und -patientinnen mit kardialen Beschwerden

  • Depression
  • Angststörung 
  • Somatoforme Störung
  • Alkoholabusus 

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EMASPOT

Das Projekt EMASPOT (Systematic Screening for Comorbid Psychological Conditions in cardiac ACSC patients with multimorbidity in the ED) untersucht in einer prospektiven Kohortenstudie die Prävalenz psychischer Erkrankungen von 600 Patientinnen und Patienten ab einem Alter von 50 Jahren, die unter mindestens zwei chronischen Erkrankungen leiden (Multimorbidität) und sich mit akuten kardialen Beschwerden in einer von acht Notaufnahmen des Regierungsbezirks Berlin-Mitte vorstellen.

Im Fokus der Untersuchung stehen dabei die sogenannten "Ambulatory Care Sensitive Conditions (ACSC)". ACSC sind Krankheitszustände, für die nachgewiesen ist, dass ein Krankenhausaufenthalt bei adäquater ambulanter Versorgung potentiell vermeidbar wäre. Der Fokus liegt auf der Erforschung des Einflusses psychischer Begleitsymptome auf die Nutzung von Behandlungsangeboten des Gesundheitswesens und auf gesundheitsbezogene Outcomes bei Patientinnen und Patienten mit kardialen ACSC.

Die Studie wird in einem Mixed-Methods-Design durchgeführt. In einer quantitativen Primärdatenerhebung werden vor allem Patient-reported Outcomes (PRO) zum Zeitpunkt des Notaufnahmebesuchs sowie sechs Monate danach mithilfe gezielter Tablet-PC-gestützter Befragungen erhoben. Bei einem Drittel der Patienten (n=200) wird darüber hinaus ein strukturiertes klinisches Interview (SKID) zur Erfassung von psychischen Erkrankungen auf Basis einer klinischen Diagnose durchgeführt. Klinische Sekundärdaten werden aus den Krankenhausinformationssystemen der beteiligten Notaufnahmen ergänzt. Zusätzlich zur Primärdatenerhebung werden mittels qualitativer Interviews und Fokusgruppeninterviews einerseits die Erwartungen der Patientinnen und Patienten sowie andererseits die Erwartungen des in den Notaufnahmen tätigen ärztlichen und pflegerischen Personals gegenüber der Notaufnahmebehandlung und anderen ambulanten Gesundheitsdienstleistern ermittelt.

Auf Grundlage der Ergebnisse erfolgt die Entwicklung von Modellen, die eine höhere Übereinstimmung zwischen Behandlungsbedarf und -erwartung und Angeboten in der Akutversorgung multimorbider älterer Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen ermöglichen.

Ansprechpartner

  • M. Sc. Stella Linnea Kuhlmann, Internistische Zentrale Notaufnahme und Aufnahmestation
  • Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Andrea Figura, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik